...für die sensible Seite in Ihnen
       
.
.
.
|
|
Allergiearten
|
Kreuzallergien
|
Neurodermitis
|
Pollenflugkalender
|
Lexikon

Home
Allgemeine AllergieInfos



Allgemeine Allergieinformationen

Unter einer Allergie versteht man eine von der Norm abweichende, ge- bzw. übersteigerte Reaktion des Immunsystems auf bestimmte Stoffe, die so genannten Allergene, die durch wiederholten Kontakt mit diesen Allergenen erworben wird. Häufig wird dafür auch der Begriff Überempfindlichkeit verwendet.
Der Begriff der Allergie stammt aus dem Griechischen (allo = fremd, anders und ergon = Reaktion, Tätigkeit).
C. v. Pirquet hat 1906 erstmals alle von der Norm abweichenden Reaktionen des menschlichen Organismus auf von außen einwirkende Stoffe als Allergie bezeichnet. Dies umfasste damals sowohl die Überempfindlichkeit (die Hyperergie) als auch die abgeschwächte Empfindlichkeit (Hypergie) und die fehlende Empfindlichkeit (Anergie).
Heute wird der Begriff ausschließlich für die erworbene Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten, von außen auf den Körper einwirkenden Stoffen verwendet.
Stoffe, die die Fähigkeit besitzen, eine Allergie auszulösen, bezeichnet man als Allergene. Dabei kann es sich sowohl um Pflanzenstoffe (z.B. Gräserpollen), Tierprodukte (z.B. Bienengift), aber auch Metalle (z.B. Nickel) oder Chemikalien (z.B. Konservierungsstoffe) handeln.

Allergien werden in den letzten Jahren immer häufiger beobachtet und treten zunehmend bereits im Kindesalter auf. Eine mögliche Ursache dafür ist die ständig steigende Belastung durch Fremdstoffe in der Umwelt, aber auch veränderte Lebens- und Ernährungsgewohnheiten, die z.B. auch mit einem gesteigerten Konsum von Genussmitteln oder Medikamenten einhergehen.

Nach einer neuen Untersuchung, die Mitte Mai 2001 vom bayerischen Umweltministerium vorgestellt wurde, ist mittlerweile eine der wesentlichen Ursachen für das gehäufte Auftreten von Allergien in einer übertriebenen Hygiene in den ersten Lebensjahren von Kleinkindern zu suchen. So leiden, den Ergebnissen der Studie zufolge, Stadtkinder 15-mal häufiger an Allergien als Kinder, die auf Bauernhöfen schon frühzeitig den zahlreichen Einflüssen von Gras-, Getreide- und Baumpollen sowie Tierhaaren oder Tierausscheidungen ausgesetzt waren.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Allergien einzuteilen. Im Alltag des "Normalbürgers" werden die Allergien am häufigsten nach den Aufnahmemöglichkeiten der einzelnen Allergene eingeteilt, während sich in der Medizin die Einteilung nach den zugrunde liegenden pathologischen, also krankhaften, Reaktionen des Immunsystems in der Beschreibung von Coombs und Gell durchgesetzt hat.

Nach dem jeweiligen Aufnahmemechanismus können folgende Formen der Allergie unterschieden werden:

  • Inhalations-Allergie: Durch das Einatmen von Allergenen in Staubform, z.B. Pollen, Hausstaub.
  • Nahrungsmittel-Allergie: Durch den Verzehr von allergenhaltigen Nahrungsmitteln, z.B. Erdbeeren, Meeresfrüchten, Konservierungsstoffen.
  • Arzneimittel-Allergie: Als Reaktion auf bestimmte Medikamente, unabhängig von ihrer Darreichungsform als Tablette, Zäpfchen, Infusion usw. Ein besonders häufiges Allergen ist z.B. Penicillin.
  • Insektengift-Allergie: Nach Insektenstichen von z.B. Bienen oder Wespen.
  • Parasitäre oder mikrobielle Allergie: Durch Befall mit Parasiten, wie z.B. Würmern, oder auch durch Infektionen mit Viren oder Bakterien.
  • Kontakt-Allergie: Durch Hautkontakt mit Allergenen, wie z.B. Nickel, Kosmetika.

Der britische Pathologe Robin C. Coombs (geb. 1921) beschrieb gemeinsam mit seinem Kollegen Gell vier Typen allergischer Reaktionen, Reaktionen vom Typ I,II,III und IV, die auch als Mischformen auftreten können. Diese vier Reaktionstypen sind prinzipiell normale Reaktionsformen des menschlichen Immunsystems, die im Falle der Allergie allerdings "über ihr Ziel hinausschießen" und so den Charakter einer Erkrankung erlangen.
Die Typen I bis III dieser allergischen Reaktionen werden durch Antikörper vermittelt, wohingegen die Typ-IV-Reaktion durch bestimmte Zellen des Immunsystems, die T-Zellen, vermittelt wird.


Allergien auf dem Vormarsch

"Allergien sind auf dem Vormarsch", sagte Johannes Ring vom Institut für Dermatologie der TU München. Weil durch die Hygienemaßnahmen der letzten hundert Jahre Infektionen zurückgedrängt wurden, neigt unser Immunsystem heute eher zur Panik. Auch die Zunahme von Luftschadstoffen, Ozonbelastung und Rauchen spielen eine Rolle.
Mehr als ein Viertel der Menschen in Europa, Nordamerika, Australien und Japan leidet an so genannten Typ I Allergien, die sofort nach dem Kontakt mit dem Allergen auftreten. Symptome sind Juckreiz, Niesen, Heuschnupfen, Asthma, Dermatitis bis hin zum allergischen Schock.
Während bisher Pflanzenpollen, Hausstaubmilben, Pilze, Tierhaare im Mittelpunkt standen, ist die Problematik bei Nahrungsmitteln noch eher unbekannt. Bei 6 bis 8 Prozent der Kinder treten in den ersten Lebensjahren allergische Reaktionen auf Nahrungsmittel auf, ein bis drei Prozent der Erwachsenen sind betroffen.
Bei Kindern sind die häufigsten Auslöser Milch (70 %), Ei (40 %) und Obst (8 %). Während Erstere nach wenigen Jahren von selbst verschwinden, sind Allergien auf Obst oft von Dauer. Bei Erwachsenen machen sie 35 Prozent der Nahrungsmittelallergien aus, gefolgt von Nüssen (23 %), Gemüse (18 %) und Fisch (10 %). "Nahrungsmittelallergien nehmen mit dem Alter ab", sagte Stephan Bischoff von der Medizinischen Hochschule Hannover.


© 2004 sensitive-needs.com
Alle Rechte vorbehalten