| Es handelt sich bei den Milben um winzige Organismen von 0,1 mm Größe. Sie sind verwandt mit den Spinnen, welche eine Klasse der Gliederfüßler darstellen. Allerdings haben sie einen plumpen Körper und können bei entsprechend starker Vergrößerung trotz ihrer harmlosen Natur recht furchteinflößend aussehen (deshalb haben wir hier auf eine Abbildung verzichtet...) Während erwachsene Milben acht gegliederte Beine besitzen, haben die Larven nur sechs Beine. Einige Milbenarten leben parasitär auf Mensch und Tier, wie z. B. die Krätzmilbe (Scabies) und der Hausbock. Andere Arten kommen in Lebensmitteln vor (Vorratsmilben). Da die Namensgebung der einzelnen Arten nach dem ersten Fundort erfolgte, gibt es missverständliche Bezeichnungen. So ist Dermatophagoides farinae (von farina = Mehl) als "Mehlmilbe" in die Listen der Allergenextrakte eingegangen. Verschiedene Milbenarten: Dermatophagoides pteronyssinus (Hausstaubmilbe) Dermatophagoides farinae (Staubmilbe) Dermatophagoides microceras (Staubmilbe) Vorkommen: Sie sind auf der ganzen Welt verbreitet und bevorzugen ein feucht-warmes Klima. Ihre Ernährung besteht hauptsächlich aus menschlichen und tierischen Hautschuppen. Als wesentliche Bestandteile des Hausstaubes (bis zu 3000 Einzelwesen pro 100 mg Staub) entwickeln sie sich vor allem in Bettzeug, Kissen und Teppichen, wo sie die für ihre Fortpflanzung erforderlichen idealen Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen vorfinden. Optimale Lebensbedingungen findet die Milbe bei einer Luftfeuchtigkeit von 70 - 75 % und einer Temperatur zwischen 20 °C und 25 °C. Es ist daher verständlich, wenn in Matratzen und Bettzeug die höchsten Milbenzahlen gefunden werden, während in Teppichen, insbesondere Teppichböden und vor allem in Räumen mit Fußbodenheizung das Milbenvorkommen relativ gering ist. Die zunehmend bessere Dämmung und Isolation unserer Wohnstätten hat die Verbreitung der Milbe in unseren Wohnungen sicherlich begünstigt. Ein warmes Raumklima mit hoher Luftfeuchtigkeit, z.B. durch geringe Lüftung, Kohleheizung oder ein niedriges Stockwerk, sind offenbar begünstigende Faktoren für die Hausstaubmilbenbesiedelung. In großer Höhe (ab 1500 m) kommen Milben dagegen kaum noch vor. Im Frühling und zu Sommerbeginn, wenn die Temperaturen zu steigen beginnen und das Klima eher feucht ist, fangen die Milben an sich zu vermehren. Jedes weibliche Tier legt bis zu 40 Eier und lässt so alle drei Wochen eine neue Generation entstehen. Im Hochsommer erreicht ihre Fruchtbarkeit ihren Höhepunkt. Durch den Kälteeinbruch im Herbst stirbt zwar ein Großteil der Milben ab, die mikroskopisch kleinen (allergenen) Kotpartikel bleiben jedoch erhalten. |
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