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Wenn der Verdacht auf eine Allergie besteht, muss die auslösende Substanz identifiziert werden.
Auf Grund der Komplexizität des Erscheinungsbildes und der Wahl zwischen 20.000 allergieauslösenden Substanzen, hat es sich bewährt, die Diagnose in 4 Schritte einzuteilen: 1. Anamnese: Um den möglichen Allergieauslöser einzukreisen, werden die häusliche und die berufliche Umwelt, die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten sowie das psychosoziale Umfeld durchsucht. Dabei sind für den Arzt auch die Beobachtungen des Patienten über den Zusammenhang zwischen den allergischen Symptomen und ihren möglichen Auslösern wichtig. Auch Angaben über den Krankheitsbeginn, die möglichen Vorboten und Hinweise auf den primären Allergenkontakt sind von Bedeutung. 2. Hauttest: Hauttests sind die Basis der Allergendiagnostik. Dabei werden Proben verschiedener Substanzen, mögliche Allergene, auf die Haut aufgebracht und beobachtet, ob an dieser Stelle eine allergische Reaktion in Form einer Pustel oder Quaddel auftritt. Nachfolgend sind die gebräuchlichsten Tests beschrieben: Prick-Test: Auf dem Arm wird ein Tropfen mit der Testlösung aufgetragen, dann wird die Haut an dieser Stelle mit der Prick-Lanzette rund einen Millimeter tief durchstochen. Im Falle einer bestehenden Allergie gegen die Testsubstanz bildet sich nach etwa 20 Minuten eine Quaddel. Intrakutantest: Der Intrakutantest ist etwa 10.000 mal empfindlicher als der Prick-Test, ergibt aber häufiger falsch positive Ergebnisse, vor allem bei Nahrungsmittelallergenen. Hierbei wird das Allergen mit einer Nadel in die Haut gespritzt. Reibtest: Das Allergen oder das Testmaterial wird mehrfach auf der Innenseite des Unterarms hin und her gerieben. Dieser Test wird dann eingesetzt, wenn eine hochgradige Sensibilisierung des Patienten besteht. Da dieser Test mit dem natürlichen Allergen durchgeführt wird, ist er auch geeignet, wenn die allergieauslösende Substanz nicht in industriell vorgefertigter Ausführung erhältlich ist. Epikutantest (Pflastertest): Pflaster mit allergenhaltiger Substanz werden bevorzugt am Rücken auf die Haut geklebt und nach 24, 48 oder 72 Stunden ausgewertet. Dieser Test dient zur Identifizierung von Typ-IV-Allergenen. 3. Labortests: Mit Hilfe von Blutproben werden die Reaktionsbereitschaft und die spezifische Sensibilisierung gegen die untersuchten Allergene im Labor untersucht. Ein Kriterium ist das Vorhandensein spezifischer IgE-Antikörper. 4. Nachanamnese und Provokationstest: Die Deutung des Testergebnisses erfordert immer eine Überprüfung durch Erhebung einer Nachanamnese. Dabei wird kontrolliert, ob der Patient dem Allergen überhaupt ausgesetzt ist oder ob Symptome und Testergebnis zusammenpassen. Ob der ermittelte IgE-Antikörper einer aktuellen klinischen Wirksamkeit des jeweiligen Allergens entspricht, wird durch einen Provokationstest geklärt. Im oralen Provokationstest wird das klinische Symptom (z.B. Bindehautentzündung mit Rötung und Augentränen, Hautausschlag, Ekzem) durch eine Nachahmung der "natürlichen Bedingungen" nachgestellt. Die Gabe der verdächtigen Substanz lässt die Auslösung der Sofortreaktion innerhalb von 30-60 Minuten erwarten. Dabei kann mit allen Reaktionsformen (Juckreiz, Urtikaria, Durchfall, Erbrechen, Asthma bis hin zum anaphylaktischen Schock) gerechnet werden. Spätreaktionen nach 6-24 Stunden äußern sich oft als Neurodermitisschub. Weiters gibt es auch noch verschiedene Diätformen, welche die Diagnose erleichtern sollen: Bei diagnostischen Diäten wird über einen begrenzten Zeitraum eine genau definierte und in bestimmten Schritten ablaufende Auswahl von Nahrungsmitteln verabreicht: Bei der Stufen-Eliminationsdiät werden verdächtige Stoffe nacheinander weggelassen, bis eine deutliche Besserung des Beschwerdebildes eintritt. Wichtig ist hierbei die Definition der zeitlichen Abfolge der einzelnen Eliminationsschritte. Bei der Stufen-Provokationsdiät werden ausgehend von einer Basisdiät schrittweise verschiedene Nahrungsmittelgruppen zugeführt. Das zeitliche Intervall der Änderungen richtet sich dabei nach dem Erscheinungsbild. |
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