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Milcheiweiß-Allergie
Milcheiweiß besteht aus verschiedenen Bestandteilen.
Die Allergene liegen als ein Komplex aus 5 Einzelantigenen vor (die Milchproteine
a-Lactalbumin, b-Lactoglobulin, Casein, Lipoproteine und Albumosen-Peptongemische), und besitzen unterschiedliche physikalische Eigenschaften (Hitzestabilität, Denaturierbarkeit).
Vereinfacht ausgedrückt kann man das Milcheiweiß in das schwer lösliche und hitzestabile Casein und das leicht lösliche, hitzeempfindliche Molkeneiweiß (Albumine und Globuline) einteilen.
Das gesamte Milcheiweiß ist in der Trinkmilch, Buttermilch, Sauermilch, Joghurt und Kefir enthalten, wohingegen Topfen (Quark) oder Käse fast nur Casein enthalten.
Während der Käseherstellung wird das Casein zum Gerinnen gebracht, das Molkeneiweiß verbleibt in der Molke und wird abgetrennt.
Das Molkeneiweiß ist kuhmilchspezifisch, d.h. eine allergische Reaktion auf Molkeneiweiß ist auf Kuhmilch begrenzt.
Der Allergiker hat daher die Möglichkeit, auf Ziegen-, Schaf- oder Stutenmilch auszuweichen.
Casein ist nicht tierartspezifisch. Wenn also eine Allergie gegen Casein vorliegt, müssen alle Milcharten vermieden werden.
Das
a-Lactalbumin ist bei den meisten Milchallergien als Antigen beteiligt. Da es hitzelabil ist, ist es möglich, dass der Genuss von abgekochter Milch aus diesem Grund bei einer isolierten a-Lactalbumin - Sensibilisierung keine Symptome hervorruft, während bei einer Casein-Allergie rohe und gekochte Milch Beschwerden verursacht. 
Gelegentlich wird Rohmilch vertragen, während erhitzte Milch allergische Symptome verursacht.
Als Allergene wirken hier Melanoidine, die durch Erhitzen aus Zuckerstoffen und Aminosäuren entstehen.
Sterilmillch und ultrahocherhitze Milch enthalten mehr Melanoidine als pasteurisierte Milch. Bei Milchallergie sollten nicht nur Milch und Milchprodukte gemieden werden, sondern alle Nahrungsmittel, in denen sie enthalten sind.

Überwiegend verträgliche Lebensmittel:
Butter und Obers (Sahne):
Viele Milcheiweißallergiker können Butter oder Obers (Sahne) vertragen, da der Eiweißanteil in diesen Produkten sehr gering ist. Der Einsatz in der Küche erweist sich als überaus leicht: Sahne kann mit Wasser verdünnt werden, und ist so genauso gut einsetzbar wie Milch, auch geschmacklich kommt es kaum zu Einbußen.
Reismilch:
Wenn jedoch auch Butter oder Sahne nicht vertragen wird (von sehr sensiblen Milchallergikern), kann als Ersatz Reismilch empfohlen werden.
Allerdings muss man anmerken, dass Reismilch von der Nährstoffzusammensetzung nicht mit der Kuhmilch vergleichbar ist, sie ist mineralstoffärmer und eiweißärmer.
Sojamilch:
Sojamilch kann nicht unbedingt empfohlen werden, da nachgewiesen wurde, dass bei einem Drittel bis zur Hälfte der Milcheiweißallergiker eine Sensibilisierung auf Soja beobachtet wurde, nachdem Kuhmilchprodukte durch Sojamilch und Tofu ersetzt wurden.

Wie kann man einem Mangel an Eiweiß und Calcium vorbeugen?
Als Eiweißquellen in unserer täglichen Ernährung werden vor allem Fleisch, Milch, Eier und Fisch herangezogen. Muss nun Milch vom Speiseplan gestrichen werden, kann die Eiweißversorgung durch Fleisch, Fisch und Ei trotzdem als gesichert angesehen werden.
Als eine der besten Calciumquellen gilt immer noch Kuhmilch, Schaf- und Ziegenmilch, da hier das Calcium in einer gut resorbierbaren Form vorliegt. Um den Calciumbedarf aber trotzdem zu decken, kann der Allergiker auf calciumhaltiges Mineralwasser oder Leitungswasser ausweichen. Ein Mineralwasser darf die Bezeichnung "calciumhaltig" tragen, wenn es mind. 150 mg Calcium pro Liter enthält. Auch Gemüsesorten, die viel Calcium enthalten wie z.B. Broccoli und Grünkohl stellen eine Alternative dar.

Lebensmittelwahl bei streng milcheiweißfreier Ernährung:

Lebensmittelgruppe

erlaubt

verboten

Getreide:

alle Getreidesorten, milchfreies Brot (beim Bäcker nachfragen); Nudeln

Milchbrot, Kuchen und Gebäck mit Milch, Brot und Gebäck kann mit Milch bepinselt sein

Gemüse:

alle Gemüsesorten natur

Kartoffelpüree, Kroketten

Obst:

Obst frisch, getrocknet, Kompotte, Marmelade

 

Milch:

Reismilch

Milch, Joghurt, Sauermilch, Kefir, Buttermilch, Topfen (Quark), Käse, Molke, Kakao, Speiseeis

Fleisch:

Fleisch natur

Hackbraten, Frikadellen, Vorsicht bei paniertem Fleisch

Wurst:

Schinken, Rohwurst (Salami, Cervelat)

Kochwürste (z.B. Bratwurst), Brühwürste (z.B. Krainer, Frankfurter (Wiener), Lyoner), Streichwurst, Pasteten

Ei:

alle Eigerichte ohne Milch

 

Fisch:

Fisch natur

Vorsicht bei paniertem Fisch und Fischfertiggerichten

Fette/Brotaufstriche:

milchfreie Margarine, pflanzliche Öle, Marmeladen, Honig

Butter, Margarine mit Milchbestandteilen, Fettersatzstoff Simpless, Nuss-Nougat-Creme

Gewürze:

alle Gewürze

Ketchup, Senf, Salatsaucen, Mayonnaise

Getränke:

Mineralwasser mit > 500 mg Ca/Liter, Kaffee, Tee, Apfelsaft

Fruchtsäfte können Milcheiweiß enthalten, Liköre, Colagetränke (Ca-Gegenspieler)

sonstiges:

Bitterschokolade, Marzipan, Geleewaren

Milchschokolade, Nougat, Karamell, Kunsthonig, Speiseeis, bei Fertiggerichten auf Zutatenliste achten!

Deklaration:

Milchzucker, Lactose, Milchsäure

Milch, Milchpulver, Magermilchpulver, Milcheiweiß, Casein, Molkeneiweiß, Lactalbumin, Lactoglobulin

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