| Heuschnupfen (Rhinitis allergica) Das erste Symptom, das sich schon ein bis zwei Minuten nach dem Einatmen der Pollen entwickelt, ist Niesreiz. Kurz darauf beginnt die Nase zu laufen. Typisch ist ein wässriger Schnupfen durch die vermehrte Produktion von Nasensekret. Die Nasenschleimhaut juckt und schwillt an, schon bald ist die Nase "verstopft", die Nasenatmung behindert. Häufig wird dadurch das Geschmacksempfinden beeinträchtigt, denn das, was wir als Geschmack einer Speise empfinden, wird zum größten Teil durch die Riechzellen in der Nase vermittelt. Auch ist die Produktion von Tränenflüssigkeit vermehrt, die Augen beginnen zu jucken, die Augenlider schwellen an. Bindehautentzündung (Konjunktivitis) Bei einer Bindehautentzündung ist die Augenbindehaut auf der Innenseite der Augenlider und dem angrenzenden Augapfel entzündet. Die allergische Bindehautentzündung tritt oft zusammen mit Heuschnupfen auf, kann gelegentlich aber auch alleine vorkommen und das einzige Merkmal einer Pollenallergie darstellen. Typisch ist ein Fremdkörpergefühl im Auge, jedoch lassen sich Fremdkörper wie Staub oder Wimpern nicht entdecken. Die Augen tränen, die Bindehäute sind gerötet, jucken und brennen. Manchmal sind die Augen morgens stark verkrustet. Vom vielen Reiben werden schließlich auch die Augenlider rot und schwellen an. In der Allergiesaison sind die Betroffenen oft besonders lichtscheu, Kontaktlinsen werden während der Pollenflugzeit meist schlechter vertragen. Allergisches Asthma Findet die Typ I-Reaktion in der Lunge statt, entsteht das Bild des Asthma bronchiale mit Atemnot durch Verengung der Bronchien, durch eine Schwellung der Schleimhaut sowie durch eine übermäßige Produktion von Bronchialsekret. Die asthmatischen Beschwerden werden oft durch eingeatmete Pollen ausgelöst. Zigarettenrauch, Stress, körperliche und psychische Anspannung und Infekte können zu einer Verstärkung der Beschwerden führen. Typisch für das allergische Asthma ist eine plötzlich einsetzende Atemnot mit Hustenattacken und pfeifenden Atemgeräuschen. Oft wird ein zäher Schleim ausgehustet. Da das Atmen schwer fällt, werden die so genannten "Atemhilfsmuskeln" vermehrt eingesetzt. Die Betroffenen stützen sich häufig mit den Armen auf dem Tisch ab, wodurch die Atmung etwas erleichtert wird. Ekzeme, Neurodermitis, Nesselsucht Das atopische Ekzem bewirkt die Ausbildung von Symptomen an der Haut mit Quaddelbildung, Rötung, Bläschenbildung, Nässen und Juckreiz. Die Neurodermitis könnte man auch als den "Heuschnupfen der Haut" bezeichnen. Bei manchen Personen können Pollen, die auf der Haut landen, eine allergische Hautreaktion in Gang setzen. Stark juckende, rote, manchmal nässende Ekzeme sind die Folgen. Die Haut ist meist sehr empfindlich, trocken und schuppig. Vor allem die so genannten "Beugen" - Knie-, Ellen-, Handgelenksbeugen, Hals und Nacken - sind häufig stark betroffen. Vor allem, wenn die Ekzeme an unbekleideten Körperstellen (Armen, Gesicht) auftreten und sich die Beschwerden während der Pollenflugzeit verschlimmern, kann ein Zusammenhang zwischen der Pollenallergie und den Hautveränderungen bestehen. Allerdings können auch andere Faktoren wie Nahrungsmittelallergien, Wetterwechsel, Stress und Infekte zu einer Verschlechterung des Hautzustandes führen. Nesselsucht (Urtikaria), die meist mit starkem Juckreiz einhergeht, beobachtet man häufig bei Nahrungsmittel- oder Medikamentenallergie. Außerdem ist sie häufig Vorbote eines anaphylaktischen Schocks. Nasenpolypen, Nebenhöhlenentzündungen (Sinusitis) Nasenpolypen und Nasennebenhöhlenentzündung können bei einem länger bestehenden Heuschnupfen hinzu kommen. Wahrscheinlich besteht auch ein Zusammenhang zwischen Heuschnupfen und häufigen Ohrenentzündungen. Durch die ständig verstopfte Nase neigen Allergiker vermehrt zur Atmung durch den Mund, was zu einem Austrocknen der Schleimhäute führt. Halsschmerzen Den wenigsten ist bekannt, dass eine Allergie auch den Rachen in Mitleidenschaft ziehen kann. Bei einigen Personen kommt es durch das Einatmen der Pflanzenpollen zu einem rauen, kratzigen Gefühl im Rachen, das mit Halsschmerzen verwechselt werden kann. Im Gegensatz zu einer Halsentzündung im Rahmen von Infekten kommt bei der "Pollenpharyngitis" aber oft Juckreiz hinzu. Ähnliche Beschwerden treten beim so genannten "oralen Allergiesyndrom" auf: Beißt zum Beispiel ein Birkenpollenallergiker in einen frischen Apfel, kommt es häufig zu Juckreiz und Kribbeln im Rachen. Gelegentlich schwillt auch die Schleimhaut an, in manchen Fällen kann Atemnot hinzukommen. Ausgelöst werden die Beschwerden durch Bestandteile in Äpfeln, die in ähnlicher Weise auch in Birkenpollen enthalten sind. Man spricht hier von Kreuzallergien. Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Fieber Die allergischen Reaktionen im Körper und die damit verbundene Entzündungsreaktion ruft bei etwa 10 bis 20 % der Betroffenen Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und Abgeschlagenheit hervor. Sehr selten, wahrscheinlich in weniger als 5 % der Fälle, kann die Entzündungsreaktion auch zu Fieber führen. Magen-Darm-Beschwerden Bei einer Nahrungsmittelallergie äußert sich die durch Histamin ausgelöste Entzündung der Schleimhaut des Magen-Darm-Traktes mit Juckreiz und Brennen im Mund- und Rachenbereich, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen. Häufig tritt zusätzlich ein atopisches Ekzem auf. |
