| Von besonderer Bedeutung bei der Therapie aller allergischer Reaktionen sind vorbeugende Maßnahmen, wie die Vermeidung des Allergenkontaktes, also die Expositionsprophylaxe. In Abhängigkeit von dem jeweiligen Allergen kann dies allerdings schwierig sein, z.B. bei Pollen oder Hausstaub. Bei Medikamentenallergien ist die Expositionsprophylaxe umso wichtiger, da je nach Einnahmemechanismus ein anaphylaktischer Schock ausgelöst werden kann. Diese Patienten sollten unbedingt einen Allergiepass erhalten, in dem alle bekannten allergen wirkenden Substanzen aufgeschrieben sind. Heute ist eine Vielzahl von Medikamenten vorhanden, die einerseits den Ausbruch einer allergischen Reaktion verhindern bzw. in seiner Stärke abschwächen, indem das Immunsystem gehemmt wird. Diese Hemmung des Immunsystems kann im Einzelfall spezifisch für ein bestimmtes Allergen oder in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle ganz allgemein erfolgen. Hyposensibilisierung Eine spezifische Beeinflussung des Immunsystems bei der Typ I-Reaktion ist durch die Hyposensibilisierung bzw. Desensibilisierung möglich. Dabei wird dem Patienten über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten das entsprechende Allergen in ansteigenden Dosen injiziert. Auf diese Weise soll das Immunsystem dazu angeregt werden, nicht die die Allergie auslösenden IgE-Antikörper, sondern Antikörper einer anderen Klasse, und zwar die IgG-Antikörper, zu bilden. Diese IgG-Antikörper würden sich dann nach erneutem Kontakt mit dem Allergen sofort an dieses binden und es beseitigen, noch bevor die IgE-Bildung in Gang gesetzt wird. Die Hyposensibilisierung scheint erfolgreich zu sein, solange die Sensibilisierung erst für kurze Zeit besteht, es sich um schwach sensibilisierende Allergene handelt und die Anzahl der Allergene klein ist. Bei Pollen- und Insektengiftallergien hat eine Hyposensibilisierung häufig Erfolg, bei einem atopischen Ekzem nur sehr selten. Für die Hyposensibilisierung gelten im übrigen dieselben Risiken, wie bei den Testverfahren am Patienten, wie z.B. die Auslösung einer allergischen Reaktion bis hin zum anaphylaktischen Schock. Medikamentöse Therapie Die medikamentöse Therapie der Typ I-Reaktion besteht in der Gabe von Medikamenten, die die Freisetzung von Histamin verhindern, z.B. Cromoglycin-Säure oder Ketotifen, bzw. die Wirkung des Histamins blockieren, z.B. Antihistaminika wie Clemastin oder Cetirizin. Eine Hemmung aller entzündlicher Reaktionen im Rahmen der Typ I-Reaktion ist durch die Gabe von Glukokortikoide möglich. Glukokortikoide sind hochwirksame Medikamente, die jedoch wegen ihrer Nebenwirkungen bei Langzeitanwendung, wie z.B. Osteoporose, Diabetes mellitus, Ödemen, ... wohl überlegt eingesetzt werden sollten. Die Therapie des anaphylaktischen Schocks erfolgt mit Adrenalin (1mg i.v., 1:10.000 verdünnt). Zusätzlich können Antihistaminika, z.B. Clemastin 2 bis 4mg i.v.), Glucocorticoide (z.B. Methylprednison 250mg i.v.) sowie Theophyllin (4mg/kg i.v.) gegeben werden. Akupunktur/Homöopathie Neben der medikamentösen Therapie haben bei einigen Typ I-Reaktionen, wie z.B. Heuschnupfen oder atopischem Ekzem, auch Akupunktur und Homöopathie Erfolg. Insbesondere bei der Behandlung von Kindern können gute Ergebnisse erzielt werden. Menschen, die unter Typ I-Reaktionen leiden, sollten grundsätzlich nicht rauchen (weder aktiv noch passiv) und auf zusatzstofffreie Nahrungsmittel achten. Säuglinge, deren Eltern an diesem Typ der Allergie erkrankt sind, sollten mindestens bis zum 6. Monat ausschließlich gestillt werden, um die Entwicklung einer Allergie möglichst zu verzögern. |
